Kategorie: Natur (Seite 2 von 3)

Licca Liber, Chance für Herbertshofen?

Licca Liber ist lateinisch und bedeutet „der freie Lech“. Doch der Lech ist schon lange nicht mehr wirklich „frei“. Dies gilt nur in den Lechtaler Alpen, wo er an der Roten Wand entspringt. Früher floss der Lech auf seiner 256 Kilometer langen Strecke bis zur Mündung in die Donau in einem breiten Flussbett mit zahlreichen Nebenrinnen. Hochwasser überflutete regelmäßig die Lechauen, und die transportierten Steine lagerten sich ständig um.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Lech wegen des Hochwasserschutzes begradigt und die Ufer befestigt. Dadurch floss das Wasser schneller und der Fluss vertiefte sich. Die Sohle erodierte, und der sogenannte „Flinz“ kam zum Vorschein. Um 1900 begann der Ausbau der Wasserkraft. Staustufen verhinderten den Kiestransport, sodass unterhalb der Staustufen das nötige Geschiebe fehlte. Dies führte zu einer weiteren Vertiefung des Lechs und zu einem Verlust seines natürlichen Charakters.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie stuft den Lech als „stark verändert“ ein und bewertet sein ökologisches Potenzial als „mäßig“. Daher startete die Bayerische Staatsregierung 2013 das Projekt Licca Liber. Unter der Federführung des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth soll der Lech ab der Staustufe 23 bei Mering bis zur Mündung in die Donau renaturiert werden.

Das Wasserwirtschaftsamt plant dies in einem offenen, transparenten Prozess. Ziel ist es, die Schäden der Kanalisierung zu beheben und den Lech seinem natürlichen Zustand anzunähern. Die Akzeptanz der betroffenen Menschen ist dabei von großer Bedeutung. Wasserwirtschaft und Umwelt sollen gleichberechtigt nebeneinanderstehen, und die Zusammenarbeit mit dem Naturschutz ist ausdrücklich erwünscht.

Die Stabilisierung der Flusssohle ist essenziell, um eine weitere Eintiefung zu verhindern. Dazu kommen Maßnahmen wie Steinrampen, Deichrückverlegungen und Uferaufweitungen, um das Gleichgewicht zwischen angeschwemmtem und wegtransportiertem Kies wiederherzustellen. Welche Maßnahmen in welcher Kombination zum Einsatz kommen, wird im Planungsprozess entschieden. Ein oberster Grundsatz ist, dass sich die Hochwassersituation für niemanden verschlechtert. Auch das Grundwasser darf nicht gefährdet werden, und der Lech soll besser als Naherholungsraum zugänglich gemacht werden.

Das Projekt ist sehr umfangreich und wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Grob umfasst es vier Abschnitte: Licca Liber I bis IV. Die Bereiche um die Staustufe 22 und den Hochablass in Augsburg heißen Licca Liber I+II. Für Licca Liber I sind die Planungen abgeschlossen; im Februar 2024 wurden die Genehmigungsunterlagen bei der Stadt Augsburg eingereicht. Der Bereich von der Einmündung der Wertach in den Lech bis zur Einmündung des Lechkanals bei Ostendorf wird als Licca Liber III bezeichnet (bis zur Mündung in die Donau ist es dann Licca Liber IV).

Seit April 2024 wird im Rahmen von Licca Liber III die Öffentlichkeit in einem sogenannten „Flussdialog“ eingebunden. Die Bürger hatten die Möglichkeit, sich online einzubringen und Vorschläge zu unterbreiten.

Am 28. November 2024 stellten Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth die Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses in Gersthofen vor. Begleitet wurde der Prozess von der Marketingagentur Lots GmbH aus Leipzig. An sogenannten „Thementischen“ konnten die Teilnehmer mit Projektverantwortlichen sprechen und Fragen zu verschiedenen Themen stellen.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage wurden präsentiert, und die zeitliche Umsetzung des Projekts Licca Liber III erläutert. Seit 2000 gilt die Wasserrahmenrichtlinie als EU-Recht. Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes erklärten, wie die Umsetzung in nationales Recht gelingen könnte.

Ein zentrales Problem für Licca Liber III ist der parallel zum Lech verlaufende Lechkanal. Dieser Kanal schränkt die Renaturierungsmaßnahmen in Richtung Westen stark ein. Er verursacht drei Hauptdefizite im Lech: eine relativ hohe Wassertemperatur, eine eingeschränkte Gewässerstruktur und einen sehr geringen Wasserdurchfluss.

Obwohl ein Rückbau des Kanals unrealistisch ist, könnte eine Rückführung des Kanals nach dem Meitinger Kraftwerk in Erwägung gezogen werden. Auf der Ostseite sind Flussaufweitungen eher möglich. Geplant sind Maßnahmen wie der Einbau von Totholz oder die Errichtung von Steinbuhnen. Diese würden die Gewässerstruktur verbessern, der Vertiefung des Flussbetts entgegenwirken und das Ufer als Lebensraum aufwerten.

Um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie solche Maßnahmen aussehen könnten, sind für 2025 und 2026 an zwei Stellen sogenannte Beispielmaßnahmen oder Musterstrecken geplant. Eine Maßnahme soll bei Flusskilometer 35,5 in der Nähe von Gersthofen und eine weitere bei Flusskilometer 29, unterhalb der Langweider Brücke, erfolgen.

An diesen beiden Stellen wird die Verbauung am Ostufer des Lechs entfernt. Dadurch soll die sogenannte „eigendynamische Entwicklung“ des Flusses gefördert werden. Der Lech wird also in seiner natürlichen Dynamik beobachtet.

Wie geht es mit Licca Liber weiter? Nach dem Flussdialog und dem Umsetzungskonzept im Jahr 2024 werden in diesem und im nächsten Jahr hydraulische Untersuchungen, Restwasserstudien und naturschutzfachliche Untersuchungen durchgeführt. Diese sollen klären, wie sich die Maßnahmen auf das Restwasser und das Kiesgeschiebe auswirken.

Frühestens 2027 wird die Ausschreibung sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung stattfinden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass abgesehen von den Musterstrecken mit dem Beginn der eigentlichen Maßnahmen und der Planfeststellungsverfahren nicht vor Ende dieses Jahrzehnts oder Anfang der 2030er Jahre gerechnet werden kann.

Das Wasserwirtschaftsamt zeigt großes Interesse daran, die „Leute mitzunehmen“. Die Mitarbeiter freuen sich über alle Meinungen und Hinweise. Es kann sich auf der Homepage des WWA jeder einbringen:

https://www.wwa-don.bayern.de/projekte/licca_liber/flussdialog_2024/index.htm

Immer etwas zu finden – Aktion saubere Flur der FLW Herbertshofen

Zwanzig Personen (darunter erfreulicherweise auch einige Kinder) fanden sich dieses Jahr zur Aktion „saubere Flur“ ein, die in der Jahresplanung der FLW Herbertshofen schon länger einen festen Platz einnimmt. Einen Vormittag lang sammelte man mit Handwagen, Greifer und Säcken Hinterlassenschaften auf, die andere Mitbürger achtlos weggeworfen hatten.

Und zu finden gab es (wie jedes Jahr) reichlich – entlang der Fahrradwege, der Verbindungsstraße nach Meitingen und in Richtung Industriegebiet waren Verpackungsmaterial, E-Zigaretten, jegliche Art von Flaschen und Papiermüll keine Seltenheit. Auch Blechteile und ein kleiner Reifen wurden aufgelesen.

Im Anschluss konnten etliche Säcke am Meitinger Wertstoffhof der Entsorgung zugeführt werden. Für die fleißigen Helfer stand derweil im Feuerwehrhaus eine Brotzeit zur Stärkung bereit.

Aktion saubere Flur um Herbertshofen

Auch dieses Jahr gingen wir wieder rund um Herbertshofen auf die Suche nach Müll in den Fluren. Wobei man dazu leider nicht „suchen“ muss. Wohin man auch schaut, überall liegen Papier, Folien, Kaffeebecher, Flaschen und vieles mehr, was hier nicht hingehört, herum.

Wir haben uns sehr gefreut, dass auch heuer wieder einige Herbertshofer ihren Samstagvormittag geopfert haben, damit wir es alle ein bisschen schöner haben und die Natur ein bisschen von dem befreit wird, was andere achtlos in die Landschaft werfen. Leider liegt viel mehr herum, als wir mit ein paar Gruppen an einem Vormittag einsammeln können. Trotzdem macht es immer wieder Spaß und wenn das Wetter so gut passt wie dieses Mal erst recht. Wie immer gab’s im Anschluss eine kleine Brotzeit.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dieses Jahr mitgeholfen haben! Herzlichen Dank auch an Familie Eberle, die uns dafür immer wieder Traktor mit Anhänger zur Verfügung stellt.

Wer jetzt schon Lust hat, nächstes Jahr dabei zu sein, darf sich sehr gerne ganz unverbindlich jetzt schon melden bei – oder sich allgemein bei unserem Infobrief per E-Mail anmelden, dann kommt die Information auf jeden Fall rechtzeitig an. https://flw-herbertshofen.de/infobrief/

Aktion „Saubere Flur um Herbertshofen“

Auch dieses Jahr wollen wir wieder mit der Aktion „Saubere Flur um Herbertshofen“ entlang der Wege und Straßen dafür sorgen, dass sich der Start ins Frühjahr um uns herum etwas schöner gestaltet.

Termin: Samstag, 11.03.2023 – 9:00 Uhr – Sie lesen hier auf unserer Internetseite, falls der Termin wetterbedingt abgesagt wird! – Sammlung findet statt!
Treffpunkt: Feuerwehrhaus Herbertshofen
Bitte mitbringen: Warnweste und Handschuhe, gegebenenfalls auch Handwagen

Kinder, Jugendliche, Erwachsene – jeder kann mithelfen!

Wie letztes Mal ist die Erlinger Unabhängige Wahlgemeinschaft (UWG) zeitgleich auf Erlinger Flur unterwegs.

Wir hoffen auf Ihre/Eure rege Unterstützung!

Energie-Klausur der FREIEN WÄHLER Augsburg-Land

Die diesjährige Klausur der FREIEN WÄHLER im Landkreis Augsburg hatte Energie zum Thema. Große Besorgnis herrschte über die oftmals ideologisch getriebene und praxisferne Politik auf Bundesebene, die sich inzwischen dramatisch auf Kommunen, Privathaushalte wie auch Unternehmen auswirkt. Auf der Klausur wurde in Vorträgen von bereits umgesetzten und geplanten Projekten mit erneuerbaren Energien aus erster Hand berichtet. Verschiedene Energie-Themen wurden in Arbeitsgruppen vertieft. Über alle Bereiche hinweg bleibt für die FREIEN WÄHLER dabei wichtig, dass die Erzeugung, die Versorgung und auch die Wertschöpfung regional erfolgt. Für die FLW Herbertshofen waren Anton Scharpf und Stefan Müller dabei.

Nachverdichtung auch in Herbertshofen

Wohnraum im ganzen Markt Meitingen ist sehr gefragt. So auch in Herbertshofen. Der Ruf nach neuen Baugebieten erreicht uns öfter. Dagegen spricht einerseits das Gebot, die Flächenversiegelung zu begrenzen, andererseits müssen für eine Gemeinde die benötigen Flächen auch verfügbar sein, sprich: Ein Kauf muss zustande kommen. Zudem gibt es auch im innerörtlichen Bereich noch viele Flächen, die für zusätzlichen Wohnraum verwendet werden könnten. Dabei beschäftigt uns im Marktgemeinderat immer wieder die Frage, wie viel Nachverdichtung verträglich ist. Auf der einen Seite Anwohner, die ihr gewohntes Umfeld behalten wollen und größere Gebäude als störend empfinden. Auf der anderen Seite der Wunsch vieler Bürger jeden Alters, in Herbertshofen zu wohnen. Der Marktgemeinderat hat sich im Juli auf Tour durch alle Ortsteile gemacht, um verschiedene größere Bauwerke zu begutachten, die bereits umgesetzt wurden.

Wie denken Sie über dieses Thema? Schreiben Sie uns an oder kommen Sie zu unserem Stammtisch zum persönlichen Austausch.

Aktion saubere Flur um Herbertshofen

Letztes Jahr musste unsere Aktion „saubere Flur um Herbertshofen“ leider ausfallen. Umso mehr haben wir uns heuer darüber gefreut, dass wieder einige erfahrene und auch neue Teilnehmer dabei waren. Zu sammeln gab es natürlich genug. Auffallend viele Zigaretten-Kippen und Flaschen hochprozentiger Getränke waren diesmal zu finden. Erstmals wurde sogar Bargeld gefunden: Zwei 5-Euro-Scheine. Das Geld liegt ganz offensichtlich auf der Straße …

Dass auch unsere tierischen Mitbewohner in unserer Umgebung von unserem Wohlstandsmüll betroffen sind, zeigte sich erneut dadurch, dass Plastik auch in Vogelnestern zu finden ist.

Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt: Die Natur um uns herum ist wieder ein kleines Bisschen von dem los geworden, was der Mensch so an Müll produziert.

Danke an unseren früheren Marktgemeinderat Johann Deisenhofer, der die anschließende Brotzeit spendierte! Vielen Dank auch an Familie Eberle für die Überlassung eines Traktors mit Anhänger!

Herzlichen Dank an alle, die Ihren samstagvormittag für die gute Sache eingebracht haben!

Wer nächstes Mal dabei sein möchte, kann sich schon jetzt bei uns melden.

Unser Müll findet sich auch in Vogelnestern. (Bild: Stefan Müller)

Klärschlammentwässerung in Meitingen

Bei der Klärung unserer Abwässer fällt durchgehend Klärschlamm an. Zur Ausbringung dieses Schlamms auf Felder gab es seit jeher schon geteilte Meinungen. Seit es hier Grenzwerte auch für bestimmte Medikamentenrückstände gibt, kann das jedenfalls kaum mehr praktiziert werden. Stattdessen wird die Masse nun entwässert und einer speziellen Verbrennung zugeführt. Die Entwässerung wird in Meitingen bislang regelmäßig in einer mobilen Anlage durchgeführt, die von einer Firma dazu nach Meitingen gebracht wird.

Eigene Anlage sinnvoll

Nachdem der Betrieb einer eigenen Anlage betriebliche und finanzielle Vorteile verspricht, haben die Freien Wähler 2018 angeregt, dies in unserer Kläranlage in Ostendorf umzusetzen. Zur Vorbereitung von Entscheidungen hatten die Marktgemeinderäte die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild des gesamten Kläranlagenbetriebs zu machen.

Herr Uhl, Leiter der Kläranlage, erklärte dabei die Teile der Anlage und ihre Funktion. Dabei blieb auch keine der vielen Fragen unbeantwortet, so dass wir für die weiteren Planungen gut gerüstet sind.

Vermeidbare Störungen

Herr Uhl berichtete auch von vielen Störungen, die eigentlich vermeidbar wären. Zwischen den Abwasserableitungen an den Häusern und der Kläranlage ist oft ein weiter Weg und so muss an verschiedenen Stellen des Kanalsystems das Wasser – und alles was sich darin befindet – gepumpt werden. Vor allem Feuchttücher und der hohe Anteil an Fett führen hier immer wieder zu Ausfällen und erhöhtem Wartungsaufwand. Immer wieder funktioniert auch die Ableitung nicht, wenn zu wenig Wasser in den Rohren ist. Gut gemeintes Wasser-Sparen kann hier zum Problem werden.

600.000 Euro Investition

In der letzten Sitzung des Marktgemeinderates wurden nun die nächsten Planungen beauftragt, damit wir zügig die eigene Entwässerungsanlage bekommen und damit auch ein Stück unabhängiger werden. Das ist uns auch deshalb wichtig, damit der unterbrechungsfreie Betrieb, die Leistung und die Wirksamkeit der Anlage garantiert bleibt und die Einleitungen in den Lech weiterhin in allen nennenswerten Bereichen sehr deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten bleiben.

Großer schwäbischer Energiegipfel in Mertingen

Die Freien Wähler im Bezirk Schwaben luden zum regionalen Energiegipfel nach Mertingen. Namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Politik brachten dabei Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse den Zuhörern nahe. Zu Beginn gab es die Möglichkeit, ein Stück Energiewende vor Ort anzusehen.

Lokales Projekt: Strom ersetzt Diesel

Firma Klauser-Wensauer, ein lokales Unternehmen, welches den Abbau hochwertiger Kiese betreibt, stellte ihr aktuelles Projekt vor, Photovoltaikelemente schwimmend auf Seen zu betreiben. Dabei werden die stromerzeugenden Elemente auf einem Schwimmkörper aus einer patentierten Kunststoff-Spezialbeton-Konstruktion montiert und zusammengeschaltet, so dass der erzeugte Strom direkt für die Maschinen der Kiesförderung eingesetzt wird und somit sofort und unmittelbar Diesel ersetzt, der ansonsten für einen entsprechenden 90-kW-Generator verbraucht wird. Neben dieser Möglichkeit könnte man auch darüber nachdenken, derartige Anlagen auf ohnehin entstehenden Kiesweihern zu installieren. Bei der Bewertung, wie man hierzu aus Sicht des Naturschutzes steht, sollte dabei berücksichtigt werden, dass durch den derzeit praktizierten Abbau von Sanden und Kiesen große Flächen solcher Gewässer jährlich neu entstehen, ein solcher Einsatz also keine natürlichen Wasserflächen beeinträchtigen würde.

Vielfältige Aspekte in der Alten Brauerei in Mertingen

Im Anschluss gaben im gut gefüllten Saale der Alten Brauerei in Mertigen einige Vertreter aus Wirtschaft und Politik Einblicke aus ihrem speziellen Erfahrungsbereich. Fabian Mehring, stv. Bezirksvorsitzender der FW und FW-Fraktionschef in Meitingen, moderierte die Veranstaltung.

So gab es Informationen zu konkreter Technik, wie z. B. durch Heinrich Gärtner, Geschäftsführer bei GP Joule, welche in Buttenwiesen Forschung betreibt und bereits jetzt funktionierende Systeme im Bereich Power-to-Gas anbietet. Mit dieser Technik kann vorhandener überschüssiger Strom in Gas gewandelt werden, welches gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder durch Verbrennung zu Strom umgewandelt werden kann. Der Wirkungsgrad ist dabei zwar nicht übermäßig hoch, jedoch handelt es sich jeweils um überschüssigen Strom, wodurch es trotzdem wirtschaftlich bleibt. Dabei wurde aufgezeigt, dass es oftmals nicht an technischen, sondern an politische Lösungen mangelt.

Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, erinnerte an die Forderung von 2013, ein Energieministerium einzurichten, auch mit dem Ziel, eine Redemokratisierung der Energieerzeugung einzuleiten. Weg von Stromtrassen, die mehr Probleme bereiten als lösen, und außerdem Konzerne und Großinvestoren stärken und einer tatsächlichen Energiewende im Weg stehen.

Gut für die Umwelt – gut für uns

In verschiedenen Beiträgen kam zum Ausdruck, dass neben den Vorteilen für die Umwelt auch ganz deutliche regionalwirtschaftliche Vorteile reizen. Anstatt Energie in Form von Öl, Gas oder Uran im Ausland zu beziehen und dort weiterhin abhängig zu bleiben, schafft eine regionale Energieerzeugung vor Ort Wertschöpfung, auch Arbeitplätze und tatsächliche Unabhängigkeit.

Einen anderen Aspekt brachte unser FW-Marktrat Robert Hecht aus seinem Unternehmen mit ein. Er zeigte die derzeitigen bürokratsichen Hürden, selbst für kleinste Anlagen auf. Das gipfelt darin, dass quasi jeder Betreiber einer Anlage die relevanten 120 Seiten Gesetztestext selbst kennen sollte, um auf der sicheren Seite zu sein.

Neben der Bürokratie stellt auch ganz besonders die für jeden sichtbare Planungsunsicherheit ein großes Hemmnis dar, wie Hans-Peter Rauch, Präsident der schwäbischen Handwerkskammer, illustrierte. Dadurch ergeben sich für Forschung, Entwicklung, Hersteller wie auch für Betreiber und Investoren große Risiken. Und das kann dazu führen, dass sich entsprechendes Wissen und Fertigkeiten langfristig eher im Ausland entwickelt.

Bei so viel Hemmnissen und Unsicherheiten stellt sich einmal mehr die Frage, ob es Zufall ist, dass die Energiewende nur halbherzig angegangen wird, etwa hauptsächlich um „den Grünen“ das Thema wegzunehmen, oder ob es gar Strategie sein könnte, um an den bestehenden Strukturen langfristig nichts zu ändern.

Die Veranstaltung gab einen guten Überblick über den Stand der Dinge und war doch gespickt mit interessanten Details. Die überzeugenden Argumente aus einem breiten Spektrum von Beteiligten lässt hoffen, dass bei allen Hindernissen sich eine Energiewende durchsetzen kann, die den Namen auch verdient.

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